Historie Werdegang

Freiwillige Feuerwehr Halsbrücke

 

Wappen der FF Halsbrücke

Freiwillige Feuerwehr Halsbrücke –

historischer Werdegang

 

Durch die Amtshauptmannschaft Freiberg wurden die Landgemeinden im Jahre 1879 aufgefordert, ihr Feuerlöschwesen einer gründlichen Prüfung zu unterziehen. Obwohl bereits eine Löschmannschaft in den königlichen Hüttenwerken bestand, war dies wohl der Anlass, dass der damalige Vorstand des Turnvereins ein Gesuch an den Gemeindevorstand von Halsbrücke richtete, eine freiwillige Turnerfeuerwehr nach Freiberger Vorbild zu gründen. Diese Ersuchen wurde mit der Begründung abgelehnt, dass zuerst Feuerlöschgeräte beschafft werden sollten. Am 25. Mai 1880 beschloss der Gemeinderat den Kauf einer abprotzbaren Handdruckspritze vom Spritzenfabrikant Händel in Dresden für 1.500,- Reichsmark, welche dann am 07. Juli 1880 mit 105 Metern Schlauch und Zubehör an die Gemeinde ausgeliefert wurde. Diese Spritze wurde zunächst in den Schmelzhütten untergebracht, da sie von der dortigen Löschmannschaft bedient werden musste.

 

Einige Wochen später erfolgte dann am 19. September 1880 die Umbildung der Löschmannschaft in eine Freiwillige Feuerwehr. Am 22. September fand die konstituierende Gründungsversammlung statt. Von den 56 Angehörigen der Löschmannschaft traten 55 Mann der neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr bei. Die Versammlung nahm das nach Freiberger Vorbild erstellte Grundgesetz, sowie die Verhaltensregeln und die Dienstvorschrift fast debattelos an. Disziplin, Diensteifer und Kameradschaft wurden schon damals als vorrangig bewertet.

 

Im Jahre 1883 erfolgte die Aufnahme der Wehr in den „Landesverband Sächsischer Feuerwehren e.V.“.

 

1891 kaufte die Gemeinde ein günstig gelegenes Stück Land zum Bau eines Spritzenhauses mit Übungsplatz von 20,4 ar zum Preis von 1.860,- Reichsmark. 1894 wurde dann ein eiserner Steigerturm auf dem Übungsplatz aufgestellt und im Jahre 1895 vollendete man den Bau des Spritzenhauses.

 

Die Entwicklung des Feuerlöschwesens in der Gemeinde Halsbrücke war schon immer von der Entwicklung des Hüttenwesens in den königlichen Schmelzhütten abhängig. Dies zeigte sich auch dadurch, dass die Freiwillige Feuerwehr aus einem Hütten- und einem Gemeindehalbzug bestand, welche jedoch die Ausbildung und die Einsätze gemeinsam meisterten.

 

Schwere Zeiten musste die Wehr während des 1. Weltkrieges von 1914 – 1918 durchleben. Da im Krieg die jungen Leute der Wehr kaum zur Verfügung standen, musste ständig umorganisiert und auch improvisiert werden. Zehn Mitglieder der Wehr mussten in dem sinnlosen Krieg ihr Leben lassen. Trotz aller Schwierigkeiten haben es die Leitung und die übriggebliebenen Feuerwehrleute immer wieder geschafft eine gut ausgebildete Wehr für den Ort und die Hütte am Leben zu erhalten.

 

Nach dem Krieg ging die Entwicklung der Wehr wieder ständig aufwärts. Ein besonderer Höhepunkt des Jahres 1922 war die Beschaffung einer zweirädrigen Motorspritze der Fa. Julius Müller Döbeln mit einer Leistung von 800 l/min, welche von den Hüttenwerken der Feuerwehr zur Verfügung gestellt wurde. Dies war der eigentliche Beginn der Motorisierung unserer freiwilligen Feuerwehr. Bereits 1923 übergab man diese Motorspritze an das Hüttenwerk in Muldenhütten. Sozusagen als „Ersatz“ erwarb man von der gleichen Döbelner Firma eine Automobilspritze mit einer Förderleistung von 1.000 l/min. Es war die erste Automobilspritze im damaligen Bezirksverband Freiberg. Neben dieser „Großanschaffung“ wurden in den Folgejahren Jahren auch immer wieder neue Kleinlöschgeräte, Armaturen und Ausrüstungsgegenstände beschafft.

 

Diese gute Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und dem Hüttenwerk wurde im Jahre 1930 mit der neuen Bezeichnung „Freiwillige Orts- und Hüttenfeuerwehr“ sichtbar gemacht, und als solche im Januar 1937 ins damalige Vereinsregister des Amtsgerichtes Freiberg eingetragen.

 

Als dann im Jahre 1933 die Faschisten in Deutschland an die Macht kamen, brach auch für die Feuerwehr eine neue, schwere Zeit an. Zunächst wurde der Übungsbetrieb in gewohnter Weise weitergeführt. Doch Stück für Stück wurde auch versucht, die Wehr in die Nationalsozialistische Richtung zu lenken. Die Feuerwehr nannte man nun Feuerlöschpolizei und die Ausbildung im Luftschutz wurde in den Vordergrund gestellt. Doch bei all dem sogenannten „Neuen“ blieben die Wehrmitglieder der schon immer gepflegten Kameradschaft treu.

 

Als dann endlich am 08. Mai 1945 dieser wahnsinnige Krieg zu Ende war, gab es auch bei den Feuerwehrkameraden neue Hoffnung. Nach dem Zusammenbruch im Mai 1945 lag auch das gesamte Brandschutzwesen am Boden. Doch schon wenige Wochen später fanden sich beherzte Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr zusammen, um den Brandschutz neu aufzubauen.

 

Am 01. April 1949 wurde die Eintragung „Freiwillige Orts- und Hüttenfeuerwehr Halsbrücke“ im Vereinsregister durch den Rat des Kreises gelöscht.

 

Zusätzlich zu der bestehenden Freiwillige Feuerwehr, und mit deren Unterstützung, wurde im Jahre 1949 von der Grube Beihilfe eine eigene Wehr gegründet, welche allerdings 1969 infolge Werkschließung wieder aufgelöst wurde.

 

1950 wurde im damaligen Hüttenwerk Halsbrücke die Feuerwehr neu organisiert. Der Hütten- und der Gemeindehalbzug bildeten weiterhin die Freiwillige Feuerwehr Halsbrücke und alle anstehenden Aufgaben wurden gemeinsam bewältigt. Jedoch wurde bereits ab diesem Zeitpunkt ein immer größer werdender Unterschied der beiden Halbzüge deutlich.

 

Im Jahre 1954 wurde infolge des neuen Aufgabengebietes durch die Hüttenwerke ein LF 15 angeschafft und der Freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung gestellt.

 

Der gute Ausrüstungs- und Ausbildungsstand, sowie die ständige Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr Halsbrücke, veranlasste die Abteilung Feuerwehr Freiberg, die Wehr Halsbrücke ab 1954 als Stützpunktwehr für 5 Gemeinden einzusetzen und am 11. Mai 1955 zum Zentralkommando zu ernennen, zu welchem 9 Ortschaften gehörten.

 

Am 18. Januar 1956 wurde das Gesetz zum Schutze vor Brandgefahren erlassen. Dies hatte zur Folge, dass ab 22. Januar 1962 in Halsbrücke die bestehende Wehr in eine örtliche und eine betriebliche Freiwillige Feuerwehr aufgespalten wurde. Somit gab es ab diesem Zeitpunkt in Halsbrücke zwei Freiwillige Feuerwehren.

 

Für die örtliche Freiwillige Feuerwehr begann ein langer und beschwerlicher Weg, bis die vielen Hindernisse und Schwierigkeiten, die durch die Aufspaltung auftraten, dank der Einsatzbereitschaft und Ausdauer der Kameraden überwunden wurden.

 

Nicht so schwierig, auf Grund der vorhandenen finanziellen Mittel der Hütte, gestaltete sich die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr des Verarbeitungsbetriebes, wenn auch hier nicht alles so reibungslos verlief, wie es manchmal nach außen den Anschein hatte. Im Januar 1962 traten, von den an diesem Tage der gemeinsamen Wehr angehörenden 38 Kameraden, 17 der örtlichen und 21 der betrieblichen Freiwilligen Feuerwehr bei. Durch zusätzliche 19 Kameraden des Verarbeitungsbetriebes, welche außerhalb von Halsbrücke wohnten, hatte die Betriebswehr einen Mannschaftsstand von 40 Kameraden. Die Freiwillige Feuerwehr Halsbrücke konnte vor allem durch Zugang von Mitgliedern aus der Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“ und durch große Werbekampagnen, welche von der Gemeinde und der Feuerwehr gemeinsam durchgeführt wurden, einen Mannschaftsstand von 25 aktiven Kameraden halten.

 

Um die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren in ihrer Arbeit zu unterstützen, wurden Frauengruppen gebildet. Im Verarbeitungsbetrieb bereits im Jahre 1963 und in der Freiwilligen Feuerwehr 1966.

 

Im Oktober 1978 wurde der Freiwilligen Feuerwehr Halsbrücke vom Rat des Kreises ein neues Löschfahrzeug LF 8-TS 8-STA vom Typ Robur übergeben, welcher einen gebrauchten Mannschaftstransportwagen vom Typ Granit ersetzte.

 

Das Verhältnis der Führung sowie das vieler Kameraden zwischen beiden Wehren waren eher kalt. Der modernen Ausstattung, großzügigen Unterbringung und Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehr des Verarbeitungsbetriebes stand das krasse Gegenteil bei der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes gegenüber. Besonders der schlechte bauliche Zustand des Gerätehauses und die schlechten Bedingungen des Schulungsraumes, hauptsächlich im Winter, gaben immer wieder Anlass für Kritik an die Verantwortlichen der Gemeinde und des Rat des Kreises.

 

Die Wehr des Verarbeitungsbetriebes war in dieser Zeit eine der am besten ausgerüsteten Wehren des Kreises. Im Jahre 1982 erhielt sie ein neues LF 16 – W 50 und 1989 ein neues TLF 16 – W 50.

 

Eine große Unsicherheit bei den Kameraden beider Wehren brachte die Umgestaltung der politischen Verhältnisse in Deutschland 1989/90. Zunächst ging die Arbeit wie bisher weiter, doch schon Ende 1990 begannen Veränderungen in den Wehren. Im Verarbeitungsbetrieb, der sich seither Saxonia Edelmetalle GmbH nannte, kam es zu Entlassungen sowie Vorruhestandsregelungen, von denen auch ein großer Teil der Kameraden betroffen waren. Die Dienste wurden in die Freizeit gelegt, die Ausgaben für die Feuerwehr des Betriebes konnten nicht mehr gedeckt werden. Man entschloss sich zu einem letzten Dienst am 07. Dezember 1992. Die Technik bliebt im Gerätehaus und wurde noch von 3 Kameraden betreut.

 

Anfang 1993 fassten die Verantwortlichen der Saxonia GmbH den Beschluss, Technik und Geräte, sowie sämtliches Inventar aus dem Gerätehaus an die Gemeinde für einen symbolischen Obolus zu verkaufen und das Gerätehaus an diese zu vermieten. Es musste schnell gehandelt werden, der Bürgermeister, der Gemeinderat und die Wehrleitung stimmten zu und es begannen die Umräumarbeiten. Schließlich wurden am 01. Oktober 1993 das Gerätehaus und die Technik, inklusive der beiden Löschfahrzeuge vom Typ W 50 übernommen. Auf Grund des Überflusses an Geräten und an kleinerer Technik wurde viel davon an andere Feuerwehren des Landkreises abgegeben. Da die Betriebsleitung der Saxonia nicht mehr in das Gerätehaus investieren wollte, war bereits im Winter 1994/95 abzusehen, dass die Gemeinde die Unterhaltungs- und Instandhaltungskosten für das übergroße Gerätehaus langfristig nicht mehr aufbringen konnte. Die Heizung wurde abgestellt und mit Hilfe von großen Heizlüftern kam man über den Winter.

 

Infolge des inzwischen schlechten Erhaltungszustandes des übernommenen Gerätehauses musste eine neue Lösung gefunden werden. Das alte Gerätehaus auf dem Feuerwehrplatz war für die nun vorhandene Technik zu klein und für die Investition in ein neues Gerätehaus war kein Geld vorhanden. Das Gebäude der noch nicht vollendeten Kegelbahn an der Straße der Jugend war die Lösung. Der Gemeinderat und die Wehrleitung beschlossen den Umbau zu einem Gerätehaus mit 3 DIN gerechten Stellplätzen sowie weiteren notwendigen Räumlichkeiten. Noch während des Umbaues im April 1995 fing die Saxonia GmbH an, das alte Gerätehaus im Betriebsgelände abzureißen. Daraufhin musste im Mai provisorisch umgezogen werden und am 24. November 1995 konnte unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und Gästen auswärtiger Wehren das neue Depot offiziell eingeweiht werden.

 

Mit den Investitionen in dieses Gerätehaus war und ist die Freiwillige Feuerwehr Halsbrücke nun langfristig in der Lage, eine vorbildliche Ausbildung durchzuführen sowie die vorhandene Technik ordnungsgemäß unterzustellen, zu Warten und jederzeit einsatzbereit zu halten.

 

Ein weiterer wichtiger Höhepunkt in der Entwicklung der Feiwilligen Feuerwehr Halsbrücke war der 22. April. 2005. Für die Kameradinnen und Kameraden ging an diesem Tage ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, als wir im 125. Gründungsjahr der Feuerwehr ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 offiziell übergeben bekamen und damit unser vorhandenes TLF 16 - W 50 ersetzen konnten. Dies war damit auch der Startschuss für den Beginn der Erneuerung der vorhandenen DDR-Technik. In den folgenden Jahren wurde zusätzlich noch ein Mehrzweckfahrzeug MZF angeschafft, dessen Einweihung am 27.05.2011 stattfand. Den Abschluss der Technikerneuerung bildete die Einweihung eines LF 20 am 13.09.2014.

 

Eine sehr gute Entwicklung nahm in den letzten Jahren auch der Personalbestand. So verrichten derzeit knapp 40 aktive Kameradinnen und Kameraden ihren Dienst in der FF Halsbrücke.

Weiterhin existiert eine Alters- und Ehrenabteilung mit derzeit 13 Kameradinnen und Kameraden.

Für die nicht zu unterschätzende zukünftige Mitgliedergewinnung gibt es bei uns eine Jugendfeuerwehr, in welcher 11 Mädchen und Jungen mitwirken. Letztendlich als neueste Abteilung ist unsere Kinderfeuerwehr zu nennen, welche am 21.01.2014 gegründet wurde und wo derzeit 14 Mädchen und Jungen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung finden.

 

 

Nächste Dienste

 

Einsatzabteilung:

 

Freitag

15.12.2017, 19:00 Uhr

Jahresabschlussdienst

 

Dienstag

02.01.2018, 19:00 Uhr

Grundlagentraining

 

Dienstag

16.01.2018, 19:00 Uhr

Einsatzablauf, Kommunikation

 

Kinderabteilung

 

Dienstag

19.12.2017, 17:00 Uhr

 

Jugendabteilung:

 

Dienstag

12.12.2017, 17:00 Uhr

 

 

Nächste Veranstaltung:

 

13.01.2018, 16:00 Uhr

6. Winterfeuer

 

27.01.2018, 19:00 Uhr

Jahreshauptversammlung

 

 

letzter Einsatz:

 

Nr. 27 am

21.11.2017, 19:07 Uhr

Technische Hilfeleistung

 

 

 

 

Störungsmeldung Straßenbeleuchtung der

Gemeinde Halsbrücke

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